Schlaganfall
Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland, Österreich und der Schweiz Schlaganfall, Apoplex, Apoplexie, Hirnschlag), ein Fünftel der über 65-Jährigen ist davon betroffen - jedoch erleiden immer mehr auch jüngere Menschen einen Schlaganfall (mögliche Ursache Stress!). Auslösend ist ein plötzlicher Gefäßverschluss oder eine Blutung im Bereich des Gehirns. Zu den Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Diabetes mellitus, "die Pille", Rauchen und erhöhte Blutfettwerte.
Vorstufen und damit ernst zu nehmende Warnzeichen sind vorübergehende neurologische Ausfälle, auch TIA (transitorisch ischämische Attacke) und PRIND (prolongiertes ischämisch-neurologisches Defizit) genannt. Die Symptome hängen von der Lokalisation des Schlaganfalles im Gehirn ab, häufig kommt es zur halbseitigen Lähmung (Hemiplegie) und Sprachstörungen (Aphasie).
Wichtig ist es, in der Frühphase Folgeschäden des Sauerstoffmangels zu vermeiden und dadurch den Gewebeschaden zu minimieren. Durch eine konsequent durchgeführte Rehabilitation kann es zur Besserung oder gar Rückbildung der neurologischen Ausfälle kommen. Folgende Ursachen gibt es:
- Schlaganfall durch Gefäßverschluss (ischämischer Infarkt) (80 Prozent)
- Schlaganfall durch Hirnblutung (20 Prozent)

Einleitung-Schlaganfall
Ein Schlaganfall ist eine plötzliche Unterbrechung der Gehirndurchblutung (Ischämie) oder eine Blutung im Gehirn, wobei eine umschriebene Stelle betroffen ist. In Folge des Schlaganfalls treten neurologische Ausfälle auf, z.B. Bewusstlosigkeit, Hemiplegie (halbseitige Lähmungen), Sprach- und/oder Schluckstörungen (Aphasie), je nach Lokalisation des zerebralen Prozesses. Die Nervenzellen in den entsprechenden Gebieten werden dabei beschädigt oder gehen sogar zugrunde. Leicht beschädigte Zellen können sich teilweise wieder regenerieren, abgestorbene können nicht wieder ersetzt werden. Die Letalität bei Schlaganfall-Patienten ist deutlich zurückgegangen. Seit 1970 ist sie beispielsweise sogar um 45 % gesunken. Dies liegt an besseren Untersuchungen, einer besseren Vorsorge sowie effektiveren Behandlungsmethoden, aber auch an der bewussteren Gesundheitsein-stellung eines Großteils der Bevölkerung. Trotzdem bleibt der Schlaganfall einer der Hauptgründe für die Pflegebedürftigkeit im Alter.
Risikofaktoren
- Für die Entstehung eines Schlaganfalls sind mehrere Risikofaktoren bekannt:
- Ein 6-fach erhöhtes Hirninfarktrisiko besteht bei: Bluthochdruck, Hypertonus, koronarer Herzerkrankung, und nach vorher schon aufgetretenen Durchblutungsstörungen des Gehirns.
- Ein 3-fach erhöhtes Hirninfarktrisiko besteht bei Diabetes mellitus, Zigarettenrauchen, Einnahme von Kontrazeptiva.
- Ein doppeltes Hirninfarktrisiko besteht bei hohen Blutfettwerten und peripherer arterieller Verschlusskrankheit.
Risikofaktoren für einen Schlaganfall allgemein:
- Stress
- Übergewicht: fördert die Arteriosklerose
- Bewegungsmangel: Sport verhindert die Arteriosklerose und kann sie teilweise sogar wieder rückgängig machen.
- Rauchen
- Alkohol
- Fettstoffwechselstörungen
- Diabetes mellitus
- Hypertonie

Krankheitsursachen
Wie kommt es zu einem Schlaganfall?
Der unblutige Schlaganfall (ischämischer Infarkt) ist zu etwa 80 Prozent die Ursache für Schlaganfälle. Er wird durch den Verschluss oder die starke Verengung (Arteriosklerose) von Blutgefäßen, die das Gehirn versorgen, ausgelöst. Dadurch können die Gehirnzellen nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden und sterben ab. Die wichtigsten Risikofaktoren sind:
- Arteriosklerose
- Ein hoher Blutdruck
- Sowie Vorhofflimmern, eine häufige Herzrhythmusstörung
Das nicht mehr versorgte Gewebe stirbt ab, dadurch können auch die darin enthaltenen Blutgefäße undicht werden. Dies kann im weiteren Verlauf zu einer zusätzlichen Einblutung in das abgestorbene Hirngewebe führen. In diesem Fall bemerkt man manchmal einige Tage nach dem Schlaganfall eine Zunahme der Symptome. Ursache der Hirnmassenblutung (intracerebrales Hämatom) und Subarachnoidalblutung ist das Zerplatzen eines kleinen Blutgefäßes im Gehirngewebe. Risikofaktoren sind:
- Ein erhöhter Blutdruck (Hypertonie)
- Störungen der Blutgerinnung
- Gefäßmissbildungen (Aneurysma)
Als Gründe für einen Schlaganfall sind die folgenden drei Ursachen zu nennen. Dabei ist zu bedenken, dass die prozentualen Spannweiten dadurch zustande kommen, dass es keine offizielle Statistik gibt und man daher auf die Angaben der verschiedenen Zentren angewiesen ist.
- 40%-50% eine Hirn-Arteriosklerose,Thrombus
- 30%-35% eine Hirnembolie
- 20%-25% eine Hirnblutung -hämorrhagischer Infarkt
Arteriosklerose
Den Hauptgrund für den Verschluss von Gefäßen stellt die Arteriosklerose dar. Hierbei bilden sich im Laufe der Zeit Plaques aus Fettablagerungen, welche die Gefäße verengen. Besonders stark gefährdet, Plaques zu bilden, sind Personen mit Diabetes mellitus und/oder hohen Cholesterinwerten (> 300 mg/l). Besonders nachts, wenn der Blutdruck abfällt, reichen schon kleinere Einengungen der Gefäße aus, um eine Unterversorgung mit Sauerstoff zu bewirken (Ischämie).

Embolien
Embolien nennt man Ereignisse, bei denen Gefäße (meist Arterien) durch Zellansammlungen verschlossen werden. Ein so genannter Embolus (Gefäßpfropf) wird durch den Blutstrom in ein enges Blutgefäß gespült und verschließt es somit. Die Zellansammlungen bestehen aus alten Zellen, Blutplättchen, Gefäßkleber (Fibrin) und Cholesterinplaques. Sie können sich an den Gefäßwänden, oder auch im Inneren des Herzens bilden. Dies geschieht bevorzugt an Stellen, an denen der Blutfluss gering ist, zum Beispiel in ausgeweiteten Beinvenen, Aneurysmen (Gefäßaussackungen) oder in Bereichen des Herzens, in denen der Herzmuskel aufgrund eines Infarktes nicht mehr arbeitet und das Blut sehr langsam fließt. Hirnblutungen Eine Hirnblutung (hämorrhagischer Infarkt - intrazerebrale Blutung) kann bei plötzlichem Blutdruckanstieg auftreten. Es kommt zur Ruptur einer Hirnarterie - oft bei vorbestehendem Hochdruck, Arteriosklerose oder einer krankhaften Ausweitung der Hirngefäße (Aneurysma). Ungefähr 80% der Hirnmassenblutungen verlaufen tödlich.
Arteritiden: Gefäßentzündungen können einen Infarkt bedingen.
Gefäßkompressionen: Sie entstehen durch Tumore, Unfälle und zu enge, einschnürende Kleidung.
Symptome
Je nachdem, welcher Gehirnanteil betroffen ist, bilden sich unterschiedliche Symptome aus.
In 40 Prozent der Fälle gehen dem eigentlichen Schlaganfall kürzere Episoden mit ähnlicher Symptomatik voraus. So kann es zu kurzzeitigen Sprachstörungen, Gedächtnisverlusten, Missempfindungen bis hin zu kurzen Lähmungserscheinungen kommen. Diese so genannten TIA (transitorische, das heißt vorrübergehende, ischämische Attacken) sollten als Warnhinweise gedeutet werden und einen sofortigen Besuch beim Arzt nach sich ziehen. Studien (Lancet) zufolge kann eine Operation, die Verengungen in der Halsschlagader beseitigen (Karotisthrombendarterektomie), das Risiko schwerer Schlaganfälle bei bestimmten Patientengruppen reduzieren, wenn sie innerhalb von zwei Wochen nach einer TIA erfolgt.
Meist entstehen halbseitige Lähmungen, bei denen der Mundwinkel der betroffenen Seite herabhängt und Sprach- und Gefühlsstörungen auftreten. Beide Schlaganfalltypen können Kopfschmerzen verursachen. Häufig treten auch Übelkeit und Erbrechen auf.
Ein schwerer Schlaganfall führt zu Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit und kann lebensbedrohlich sein.
- Im ersten Stadium gibt es keinerlei Beschwerden, obwohl schon eine Verengung des Gefäßes vorliegt.
- Die Stenose verursacht Durchblutungsstörungen, die sich zurückbilden. - TIA (transitorische ischämische Attacke): Kurzfristige neurologische Ausfälle, die sich innerhalb von Minuten bis höchstens 24 Stunden zurückbilden. - PRIND (prolongiertes reversibles ischämisches neurologisches Defizit): Hierbei halten die auftretenden neurologischen Störungen länger als 24 Stunden an, bilden sich danach aber auch wieder zurück.
- Frischer Schlaganfall: Hier bleiben auch nach mehreren Tagen neurologische Schäden, die sich nicht mehr zurückbilden.Die auftretenden neurologischen Defizite sind nach Lokalisation des Gefäßverschlusses sehr verschieden.
Es kommen folgende Symptome vor:
- einseitige Sehstörungen (Amaurosis fugax)
- sensible Störungen auf einer Seite des Körpers
- motorische Störungen ein- oder beidseits
- Sprach- oder Bewusstseinsstörungen
- Schwindel und Verwirrtheit
- plötzliche Stürze mit kurzem Bewusstseinsverlust
- depressive Grundstimmung

Beim Schlaganfall kommt es typischerweise zu einem plötzlichen Auftreten von mehreren Symptomen. Einige Symptome treten unabhängig von der betroffenen Hirnregion auf:
· Bewusstseinstrübung Diese kann von einer leichten Benommenheit über Müdigkeit (Somnolenz, Sopor) bis hin zur Bewusstlosigkeit oder zum tiefen Koma reichen. Schlimmstenfalls kann ein Schlaganfall auch innerhalb von Minuten zum Tod durch Atemstillstand führen. Die Bewusstseinsstörung gehört zu den Leitsymptomen· Übelkeit, Erbrechen
Weitere Leitsymptome, die typisch für einen Schlaganfall sind:
· Halbseitenlähmung oder Lähmung aller Extremitäten
· Pathologische Reflexe der Babinski-Gruppe
· Beteiligung von Hirnnerven
· Kopf- oder Blickwendung
Symptome in Abhängigkeit vom betroffenen GefäßDer größte Teil des Gehirns wird von der rechten und linken Arteria carotis interna (ACI) versorgt. Diese teilt sich in die stärkere Arteria cerebri media (ACM) und die dünnere Arteria cerebri anterior (ACA). Die ACM versorgt den größten Teil der Großhirnhemisphäre. Lediglich vorn wird ein kleiner Teil von der ACA versorgt. Diese ist an ca. 5% der Insulte beteiligt in der Blutversorgung des Gehirns.
Die folgenden Symptome können bei Infarkten im Großhirn im Bereich der Arteria carotis interna (ACI) (50 % aller Insulte) bzw. Arteria cerebri media (ACM) (25 % der Fälle) auftreten:
- halbseitige Lähmungen der Extremitäten, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können (Hemiplegie, Hemiparese) Dabei ist bei einem rechtshirnigen Infarkt die linke Körperseite betroffen und umgekehrt.
- Mit der Halbseitenlähmung kann das Gefühl für Wärme, Kälte, Druck und Lage der betroffenen Körperhälfte verloren gehen (oft vorübergehend). Dies zeigt sich auch in Missempfindungen oder ein Taubheitsgefühl der betroffenen Körperseite (Gefühlsstörung, Sensibilitätsstörung)
- Neglect = fehlende Wahrnehmung (kann das Sehen, Hören, Fühlen betreffen) der einen Körperhälfte und der Umwelt auf der betroffenen Seite. Bei dieser Störung ist die betroffene Seite für den Patienten nicht vorhanden. Der Patient merkt nicht, das er gelähmt ist.
- Das Gesicht kann ebenfalls halbseitig gelähmt sein (z. B. hängender Mundwinkel durch Facialisparese d. h. eine Lähmung des VII. Hirnnerven). · Eine plötzliche Sehstörung, bei der auf beiden Augen die eine Hälfte (oder ein Viertel) des Gesichtsfeldes nicht mehr wahrgenommen wird (Hemianopsie bzw. Quadrantenanopsie; Störung der Verarbeitung von Bildinformationen im Gehirn.
- Wendung der Augen zur betroffenen Hirnseite ("Herdblick"; Störung des 3. Hirnnerven)
- Ist die Gehirnhälfte mit dem Sprachzentrum betroffen, so kommt es zum Verlust der Sprechfähigkeit oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen (Aphasie)
- Schluckstörungen (Störungen der Hirnnerven IX und XII)
- Apraxie, d. h. Unfähigkeit bestimmte Handlungen auszuführen: Knöpfe Zuknöpfen, Telefonieren u. v. a. m.
- allgemeine Hirnleistungstörungen, wie Konzentration, Gedächtnis, flexibles Reagieren auf Anforderungen der Umwelt...
Der hintere Teil des Großhirns sowie Hirnstamm, Brücke und Kleinhirn werden aus den Arteriae vertebrales versorgt, die sich zur unpaaren Arteria basilaris vereinigen. Aus dieser entspringt beidseits die Arteria cerebri posterior, die bei etwa 10 % der Insulte beteiligt ist. (sog. hinterer Hirnkreislauf)
Bei einem Infarkt im Bereich des hinteren Hirnkreislaufes können auftreten:
- Plötzlich einsetzender Schwindel mit Nystagmus
- Gangunsicherheit, Unsicherheit beim Ergreifen von Gegenständen durch überschießende Arm- und Handbewegungen(Ataxie)
- Zittern Tremor
- Doppelbilder durch Störungen der Augenbewegung (Hirnnerv III)
- Blickparesen (Blicklähmung) d. h. der Blick ist nur in bestimmte Richtungen möglich
- Schmerzen im Hinterkopf
- Der Lidschlag nimmt ab
Es wurde in der Vergangenheit eine Unterteilung des Schlaganfalls nach dem zeitlichen Verlauf in folgende Stufen vorgenommen:
- TIA (transitorische ischämische Attacke) (Wenn die Symptome für weniger als 24 Stunden anhalten)
- PRIND (prolongiertes reversibles ischämisches neurologisches Defizit) Wenn die Symptome für mehr als 24 Stunden anhalten, sich aber innerhalb von 8 Tagen komplett zurückbilden.
- progressiven Infarkt (die neurologischen Symptome nehmen mit der Zeit immer weiter zu) und
- abgeschlossenem Infarkt (die neurologischen Symptome bleiben bestehen und verändern sich nicht weiter, nach Wochen bis Monaten kann eine Besserung eintreten)
Im Wesentlichen sind zwei Hauptursachen für einen akuten Verschluss eines Hirngefäßes möglich
- In 70 % der Fälle ist die Arteriosklerose in den Hirngefäßen selbst das Problem. Man unterscheidet hier zwischen der Makroangiopathie, bei der die größeren Arterien (ACA, ACM, ACP usw.) betroffen sind und der Mikroangiopathie, bei der die kleineren Gefäße betroffen sind.
- Wenn sich bei der Makroangiopathie größere Gefäße durch eine Thrombose oder eine arterio-arterielle Embolie verschließen, dann entstehen typischerweise Territorialinfarkte. Seltenere Ursachen für Verschlüsse der größeren Hirnarterien sind Gefäßverkrampfungen (Vasospasmen) nach Subarachnoidalblutung oder Entzündungen der Gefäße (Angiitis).
- Im Gegensatz dazu führt die Mikroangiopathie zu einem Verschluss vor allem kleiner Hirnarterien und zeigt im cCT oder MRT das Bild sog. lakunärer Infarkte. Dies sind kleine Infarkte (Durchmesser 2-10 mm), die vor allem subkortikal, bevorzugt in den Stammganglien, im Marklager und im Hirnstamm disseminiert (verstreut) im Gehirn liegen. Dieses Bild findet man v. a. bei Bluthochdruck. Der Verlauf ist eher schleichend (wiederholte "kleine" Schlaganfälle).
- Eine Sonderform der Mikroangiopathie ist der Morbus Binswanger (subkortikale arteriosklerotische Enzephalopathie - SAE). Auch diese tritt vor allem bei Bluthochdruck auf. Sie zeichnet sich durch bestimmte histopathologische Veränderungen aus. Klinisch treten dabei z. T. psychische Veränderungen auf.
- In 30 % der Fälle ist eine Embolie die Ursache, d. h. ein Blutgerinnsel (Thrombus) wird mit dem Blutfluss von außerhalb ins Gehirn gespült und verschließt dort ein Gefäß. In den meisten Fällen entstammt der Thrombus dem Herzen. Selten kann auch eine Fettembolie oder Luftembolie vorliegen. Fettembolien können im Zusammenhang mit Knochenbrüchen (Frakturen) auftreten, bei denen Fett aus dem fetthaltigen Knochenmark in die Blutbahn geraten kann. Luftembolien können vor allem bei Operationen am offenen Herzen oder der Lunge entstehen.
Weitere seltene Ursachen sind:
- Akute Durchblutungsstörung durch einen anderweitig bedingten generellen Blutdruckabfall z. B. im Rahmen einer ausgeprägten Herzrhythmusstörung oder eines Schocks. Bei dieser Art von Durchblutungsstörung kommt es typischerweise zu Endstrominfarkten oder Grenzzoneninfarkten. Dies sind Infarkte im Grenzbereich zweier arterieller Versorgungsgebiete.
differentialdiagnostische Möglichkeiten
Die differentialdiagnostischen Möglichkeiten beim Schlaganfall sind vielfältig: i· ntrazerebrale Blutung, z. B. die hypertone Massenblutung, oder eine Einblutung in einen Gehirntumor. Sie entsteht typischerweise nach einer Druckbelastung des Kopfes z. B. bei schwerer körperlicher Arbeit (Heben) oder auch beim Stuhlgang (Pressen). Ein Schlaganfall tritt meist ohne eine solche Ursache ein. · Die Subarachnoidalblutung (SAB) ist meist mit extrem starken plötzlich auftretenden Vernichtungskopfschmerz und Nackensteifigkeit (Meningismus) verbunden. Dies ist beim Hirninfarkt selten der Fall. · Sinusvenenthrombose (Auftreten von Blutgerinnseln in den großen Sammelvenen des Gehirns, gefürchtete Ursache von Infarkten (Schlaganfällen)
- Die Migraine accompagné ist eine Form der Migräne, die von neurologischen Ausfällen begleitet ist.
- Auch eine hypertensive Krise kann mit neurologischen Begleiterscheinungen einhergehen.
- Subdurales Hämatom
- Raumfordernde Hirnprozesse, z. B. Hirnabszess, Hirntumor
- passagere neurologische Ausfälle nach epileptischem Anfall
- Bei der Meningitis u. o. Enzephalitis liegt meist auch Fieber und ausgeprägte Entzüdungszeichen im Labor vor. Der Nachweis erfolgt durch Liquoruntersuchung.
- Hypoglykämie, Hyperglykämie d. h. Unter- bzw. Überzuckerung v. a. bei Diabetes
- Vergiftungen (Intoxikationen)
- Neurosyphilis
- Toddsche Parese
- Kaliummangel (Hypokaliämie)
- psychogene Ursache
- Inkomplette Querschnittlähmung
- Guillain-Barré-Syndrom
- akuter Schub einer Multiplen Sklerose
Komplikationen
- Vor allem bei Schluckschwierigkeiten (Dysphagie) kann es im Verlauf zu einer oder wiederholten Aspirationen kommen. Darunter versteht man das Einlaufen von Speichel, Nahrung oder Erbrochenem in die Atemwege. · Daraus kann eine Lungenentzündung entstehen.
- "Post-Stroke-Depression"
- Nach dem Infarkt können Krampfanfälle bzw. eine Epilepsie auftreten
- Ein primär ischämischer Infarkt kann sekundär einbluten. Dies imponiert klinisch meist als Zweitereignis. Das Vorgehen ist dann wie bei einer intracerebralen Blutung.
- Das abgestorbene Hirngewebe und die Penumbra können anschwellen. Es entwickelt sich ein sog. raumfordernder Infarkt. Der Hirndruck steigt dabei. Um ein Einklemmen und damit den Tod des Patienten zu verhindern muss evtl. operativ dekomprimiert werden (Dekompressionskraniektomie).
Diagnose
Die Diagnose kann nur unter Berücksichtigung der Vorgeschichte des Patienten gestellt werden, da die auftretenden Symptome nicht ausschließlich bei Hirninfarkten zu beobachten sind.Hinweise auf einen Hirninfarkt können jedoch das EKG (Herzfehler), das EEG (krankhafte Veränderungen der Hirnströme) und Pulsunregelmäßig-keiten geben. Der direkte Nachweis eines Infarktes und dessen Lokalisierung erfolgt über ein CT (Computertomogramm) oder ein MRT (Magnetresonanztomogramm). Dies kann allerdings frühestens nach drei Tagen geschehen. Mit der Dopplersonographie können Gefäßvereng-ungen ab ca. 50% erkannt werden. Dieses Verfahren wird in der Früherkennung von Risikopatienten genutzt, um präventiv zu behandeln.
Therapie
Wie wird ein Schlaganfall behandelt?
Jeder Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall und muss sofort ärztlich versorgt werden! Da die Überwachung sehr aufwendig ist und die oben genannten Untersuchung in kurzer Zeit erfolgen sollten, wurden in den letzten Jahren vermehrt spezielle Schlaganfalleinheiten (stroke units) in den Kliniken eingerichtet.
Bei einer Hirnblutung kann die Behandlung je nach Blutungsstärke von einer neurologischen Überwachung in der Klinik bis hin zu einem operativen Eingriff reichen. Bei einem Schlaganfall durch Gefäßverschluss ist neben der Überwachung wichtiger Parameter, z.B. des Blutdruckes, in einigen Fällen auch eine so genannte Lysetherapie sinnvoll. Dabei wird das Blutgerinnsel, das den Gefäßverschluss und damit die Minderdurchblutung verursacht, medikamentös aufgelöst.
Ein Patient, der einen Schlaganfall erlitten hat, hat ein erhöhtes Risiko erneut einen Schlaganfall zu erleiden. Deshalb empfiehlt der behandelnde Arzt manchmal ein Medikament, das blutverdünnend wirkt, um einem weiteren Schlaganfall vorzubeugen.
Wenn die kritische Phase der ersten Tage vorüber ist, beginnt sofort die Frührehabilitation. Die Patienten lernen mit Hilfe von Krankengymnasten, Sprachtherapeuten, Ergotherapeuten sowie unter Anleitung von Pflegern und Schwestern, die verlorengegangenen Funktionen wieder zurückzufinden. Je früher die Rehabilitation beginnt, um so besser. Ob eine Langzeitrehabilitation erforderlich ist, hängt vom Ausmaß der erlittenen Nervenschäden ab. Einige Patienten erholen sich rasch wieder vollständig, andere benötigen zum Teil Monate und Jahre, bis sie ihre Alltagsaktivitäten wieder selbst in den Griff bekommen
Der akute Schlaganfall ist ein Notfall, der sofortige Maßnahmen erfordert - jede Minute zählt. Je schneller ein Patient ins Krankenhaus kommt, desto besser sind seine Chancen zu überleben und bleibende Schäden zu verhindern.
In der Akutbehandlung geht es darum, lebenswichtige Funktionen wie Kreislauf und Atmung aufrechtzuerhalten. Der Blutdruck, Blutzucker und auch die Temperatur des Patienten müssen eingestellt werden, um eine möglichst gute Durchblutung des Gehirns zu ermöglichen. Kann mittels Computertomographie eine Hirnblutung ausgeschlossen werden, erhält der Patient Medikamente, welche das Blutgerinnsel auflösen und die Wiederversorgung des betroffenen Gehirnabschnitts gewährleisten. Diese Akutbehandlung wird in Spezialstationen sog. Stroke Units, die in größeren Kliniken aufgebaut wurden, durchgeführt. In diesen stehen Schlaganfallpatienten die neuesten Diagnose- und Therapiemethoden zur Verfügung.
Die Nachbehandlung setzt auf Rehabilitationsmaßnahmen wie Krankengymnastik, Physiotherapie oder Sprach- und Ergotherapie, um Folgeschäden eines Schlaganfalls so weit wie möglich zu begrenzen und eine Pflegebedürftigkeit vorzubeugen.
Zusätzlich werden spezielle Medikamente wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Phenprocoumon gegeben, die eine unerwünschte Blutgerinnung unterbinden, um einer fortschreitenden Verstopfung des betroffenen Blutgefäßes entgegen zu wirken.
Beim akuten Hirninfarkt gilt es, den eingetretenen Schaden möglichst zu begrenzen, Komplikationen zu verhindern, Rezidiven vorzubeugen und eine Rehabilitation eingetretener neurologischer Ausfälle einzuleiten.
Thrombolyse: Medikamentöse Auflösung des Gefäßverschlusses. Vorher muss eine Hirnblutung mit Hilfe des CTs ausgeschlossen werden.
Überwachung der lebenswichtigen Funktionen wie Blutdruck, Atmung und Urinausscheidung auf der Intensivstation.
Antikoagulation: Medikamentöse Unterbindung der Blutverklumpung, um eine fortschreitende Verstopfung des betroffenen Gefäßes zu verhindern. Wie bei allen vom Gehirn ausgehenden Bewegungsstörungen, z.B. auch bei Hirntumoren (Zerebrale Bewegungsstörungen), geht man auch hier in der krankengymnastischen Behandlung sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen, auch bei akuten Fällen, nach dem so genannten Bobath-Konzept vor. Dieses Konzept wurde von der deutschen Krankengymnastin Berta Bobath und ihrem Mann, dem Neurologen Dr. Karel Bobath, Anfang der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts konzipiert, und dient u.a. dem Ziel, Spasmen zu hemmen und Bewegung zu bahnen.
Lysetherapie
Sprechen keine anderen Risikofaktoren wie hohes Alter oder schwerwiegende Vorerkrankungen dagegen, und ist mittels Computertomografie eine Hirnmassenblutung ausgeschlossen worden, kann innerhalb von drei Stunden versucht werden, das Blutgerinnsel (den Thrombus) aufzulösen (Lyse-Therapie), um das minderversorgte Hirngebiet wieder zu durchbluten und die Spätfolgen gering zu halten. Man differenziert zwischen einer systemischen Lysetherapie mit rt-PA und einer lokal begrenzten Lysetherapie mit Urokinase. Die größte Gefahr im Rahmen der Lysetherapie sind sekundäre Blutungen. Grund ist der, dass die Blutgerinnung für Stunden gehemmt wird. Dabei kann es sowohl zu Einblutungen im Gehirn mit weiterer Verschlechterung des neurologischen Status quo, als auch zum Blutverlust über sonstige bestehende Wunden kommen. In einer amerikanischen und in europäischen Studien (z. B. European Cooperative Acute Stroke Study - ECASS) wurden die positiven Effekte einer systemischen Lysetherapie bei Patienten mit einem ischämischen Schlaganfall gezeigt. Ob Patienten von einer Lysetherapie nach sechs Stunden noch profitieren, oder ob die Risiken der Nebenwirkungen überwiegen, ist noch nicht entgültig geklärt. Zur Zeit wird im Normalfall auf eine Lysetherapie nach sechs Stunden in Deutschland verzichtet.
Rehabilitation
Die Rehabilitation sollte beginnen, sobald es der körperliche Zustand des Patienten zulässt. Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten: Im Vordergrund stehen das Training der Skelettmuskeln, damit der Patient später wieder mit Gehhilfen laufen kann, sowie Sprechübungen mit Hilfe von Logopäden. Die Therapie wird im Krankenhaus begonnen und muss oftmals zu Hause weitergeführt werden. Es ist möglich, mit jungen, geistig flexiblen Menschen außerordentliche Therapieerfolge zu erzielen; bei älteren Patienten können manche Fähigkeiten nicht vollständig wiederhergestellt werden. Auch in der krankengymnastischen Rehabilitation wird u.a. nach dem oben erwähnten Bobath-Konzept vorgegangen. Im Mittelpunkt der Nachbehandlung des Schlaganfalles steht die Wiedererlangung der Eigenmeisterung. Die Patienten müssen verlorengegangene Fähigkeiten wieder erlernen; teilweise können andere Regionen des Gehirns die Funktionen der ausgefallenen Bereiche übernehmen. Traditionell wird mit Hilfe der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie versucht, den Patienten zu helfen (u. a. frühestmögliche Pflege und Therapie nach dem Bobath-Konzept), weiterbehandelnde Rehabilitationskonzepte sind die Spiegel- und die Videotherapie. Top Prophylaxe
- regelmäßige Blutdruckkontrollen, wenn nötig muss der Blutdruck medikamentös gesenkt werden
- aufhören zu rauchen
- fettarme Ernährung, um den Cholesterinspiegel niedrig zu halten
- Blutzucker kontrollieren lassen und wenn nötig richtig einstellen lassen (Insulin)
- die tägliche Einnahme von ca. 0,4 mg Folsäure wird empfohlen
- jedes kleine Anzeichen, wie Schwindel, Flimmern vor Augen oder leichte Lähmungen, ernst nehmen und sofort den Arzt aufsuchen oder benachrichtigen (die ersten 3-6 Std. sind für die Prognose am wichtigsten)
Thromboseprophylaxe
Da Schlaganfallpatienten mit ausgeprägteren Lähmungserscheinungen ein deutlich erhöhtes Risiko für Thrombosen und Lungenembolien haben, muss von Beginn an eine ausreichende Thromboseprophylaxe durchgeführt werden. Dies kann mit Na- oder Ca-Heparin s. c. oder niedermolekularem Heparin s. c. durchgeführt werden. Zusätzlich werden Kompressionsstrümpfe verwendet und die frühe Mobilisation als Thromboseprophylaxe angestrebt.
Sekundärprophylaxe
Die Sekundärprophylaxe erfolgt medikamentös z. B. mit Clopidogrel, Phenprocoumon oder ASS 100. Hierbei müssen die Risikofaktoren berücksichtigt werden.
Prognose
Die Prognose ist abhängig von der Größe des Schlaganfalls und dem betroffenen Gebiet. Ist nur ein kleines Gebiet betroffen, hat der Patient häufig keinerlei Beschwerden und kann ein ganz normales Leben führen. Treten Lähmungen, Sprachstörungen oder andere Beschwerden auf, ist es sehr wichtig, rechtzeitig mit der neurologischen Rehabilitation zu beginnen. So können diese Beschwerden häufig deutlich verbessert werden. In schweren Fällen kann aus einem Schlaganfall Koma oder der Tod resultieren. Sechs Monate nach einem Schlaganfall (im weiteren Sinne) leben noch 70 % der Patienten. 30 % der Überlebenden werden pflegebedürftig. Die Fälle in denen die Symptome nach kurzer Zeit wieder verschwinden (siehe TIA und PRIND) sollten für den Betroffenen Anlass sein, sich ärztlich über vorbeugende Maßnahmen beraten zu lassen, um ein erneutes evtl. bleibendes Auftreten zu verhindern. Abgestorbene Nervenzellen können zwar nicht mehr nachgebildet werden, aber andere Teile des Gehirns können durch Lernprozesse evtl. noch nach Wochen die verlorene Funktion übernehmen.

